Um den falschen Umgang und ggf. Verletzungen mit den daraus resultierende Rechtsfolgen zu vermeiden, haben wir einen passenden FAQ-Katalog für Sie eingerichtet, welches die wichtigsten Fragen zum Einsatz und Bereitstellung von Leitern beantworten soll. Desweiteren haben wir in unserer Mediathek verschiedene Lehrfilme für Sie aufgelistet.

Es ist bekannt, dass Arbeitsverrichtungen an Leitern gefährlicher ist. Deswegen trägt jeder Arbeitnehmer oder Arbeitgeber eine Mitwirkungspflicht für Sicherheit und Gesundheitsschutz, der eine Leiter benutzt oder zur Verfügung stellt. Anhand von grafischen Darstellungen (Piktogrammen) auf Leitern lassen sich die Verhaltensrichtlinien vom Gebrauch bei Leitern ablesen.

Bauartuabhängige Hinweise zum bestimmungsmäßigen Gebrauch:

  • Ein sicherer Stand muss bei Tätigkeiten an der Leiter gewährleistet sein.
  • Mindestens ein Fuß muss auf der Stehplattporm einer Stufenstehleiter bei gleichzeitigem Anlehnen an der Haltevorrichtung vorhanden sein.
  • Auf einer doppelt besteigbaren Leiter, wobei Anwender auf der dritthöchsten Sprosse bzw. Stufe steht, muss in Grätschstellung gestanden werden.
  • Bei höhergelegenen Trittbereichen muss mit beidfüßig gestanden werden.
  • In erster Linie muss der Transport so durchgeführt werden, dass keine Personenschäden entstehen könnten. Aus ergonomischen Gründen sollten schwer handhabbare und unhandliche Leitern (z.B. große Gerüste) von mehr als einer Person befördert werden. Um den Transport zu erleichtern kann zusätzliches Zubehör, wie z.B. Transportrollen verwendet werden.

    Gerüste und Leitern sollten gegen externe Witterungs-, Temperatur- und Feuchtigkeitseinflüsse und Laugen- und Säureeinwirkungen sicher gelagert werden. Je nach Werkstoff sind die Leitern unterschiedlich wiederstandsfähig. Beim Fahrzeugtransport sollten die Leitern fest gesichert werden, um Personen sowie Fahrzeug nicht zu schädigen.

    Der Arbeitgeber ist dazu verpflichtet die Geräte regelmäßig und vorschriftsgemäß auf Beschaffenheit zu prüfen (Sicht- und Funktionsprüfung). Hierbei muss besonders auf Frist, Umfang und Art der Kontrolle geachtet werden.

    Die unterschiedlichen Betriebsverhältnisse, sprich Gebrauchshäufigkeit, Belastung sowie Intensität und Häufigkeit von festgeställten Schäden bei vorherigen Untersuchungen, beeinflussen die Wiederholungen der jeweiligen Kontrollen.

  • Abnutzung, Veränderung und Beschädigung von Bauteilen,
  • fehlende Bauteile,
  • ordnungsgemäße Aufgabe der Verbindungselemente (z.B. Gelenke, Sicherheitshaken).
  • Aussschließlich Personen mit genügend Kenntnis dürfen Reparaturen und Veränderungen einfachen Ausmaßes ausführen.

    Beispiele:

  • Um-/ Einbau von Leiterfüßen,
  • Kürzung bei Deformierung der Holmenden,
  • Wechsel von einschraubbaren Sprossen.
  • Sollten Gerüste oder Leitern Schäden oder Mängel aufweisen, ist der Arbeitgeber dazu verpflichtet diese dem Gebrauch zu entziehen und so zu lagern, dass die weitere Benutzung bis zur ordnungsgemäßen Reparatur bzw. Verschrottung ausgeschlossen ist.

    Bauliche Gegebenheiten:

  • Treppenhäuser (z.B. enge Wendeltreppen),
  • enge Räume (Toilettenräume),
  • enge Regalgänge,
  • Zugang zu Dachöffnungen und Dächern
  • Unzugänglichkeiten für Befahranlagen (Fahrgerüste oder Hubarbeitsbühnen) aufgrund von Treppen, Absätzen odre der Beschaffenheit des Untergrunds.
  • Bevor ein Arbeitgeber Gerüste oder Leitern bereitstellen und benutzen will, muss er im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung sicherstellen, ob nicht ein anderes Gerät für diese Durchführung risikoloser ist.

    Sicherere Arbeitsmittel sind z.B.:

  • Arbeitskörbe in Verbindung mit Gabelstaplern,
  • Hubarbeitsbühnen,
  • Hochziehbare Personenaufnahmemittel,
  • Gerüste.
  • Bei der Wahl der angebrachten Zugänge zu hoch gelegenen Arbeiten ist zu beachten:

  • Der zu überwindende Höhenunterschied,
  • die Zeitdauer und Regelmäßigkeit der Benutzung,
  • die Fluchtmöglichkeit bei drohender Gefahr und
  • die Möglichkeit von ggf. Material- oder Werkzeugtransporten.
  • Beispiele für zusätzliche Absturzgefahren sind:

  • Aufstellung der Leiter neben ungesicherten Zugängen (z.B. Durchgänge oder Durchfahrten),
  • unternehmensinterner Verkehr,
  • Aufstellung neben Geländern oder an Absturzkanten zu niedriger liegenden Flächen.
  • Neben der Länge und Schwierigkeit der Tätigkeit sowie dem einzusetzenden körperlichen Aufwand ist auch das mitzuführende Werkzeug oder Material zu berücksichtigen.

    Beispiele hierführ sind, wenn

  • der Standplatz auf der Leiter nicht höher als 7 m über der Aufstellfläche liegt,
  • bei einem Standplatz von mehr als 2 m Höhe die von der Leiter auszuführenden objektbezogene Arbeiten nicht mehr als zwei Stunden umfassen,
  • das Gewicht des mitzuführenden Werkzeugs und Materials 10 kg nicht überschreitet,
  • keine Gegenstände mit einer Windangriffsfläche über 1 m² mitgeführt werden,
  • keine Stoffe oder Geräte benutzt werden, von denen für den Beschäftigen zusätzliche Gefahren ausgehen,
  • .
  • Arbeiten ausgeführt werden, die einen geringeren Kraftaufwand erfordern als den, der zum Kippen der Leiter ausreicht und
  • der Beschäftigte mit beiden Füßen auf einer Sprosse/ Stufe steht.
  • Geeignet Zubehör kann dann erforderlich sein, wenn in Abhängigkeit von der Arbeitsaufgabe und -bedingung das Risiko von Gefährdungen gemindert oder die Arbeit dadurch erleichtert wird.

    Eine Übersicht von geeignetem Zubehör finden Sie hier.

    Bei der Auwahl hinslichtlich Bauart, Zubehör, Größe und Werkstoff von Leitern und anderen Aufstiegsgeräten sind insbesondere folgende Kriterien zu berücksichtigen:

  • Wahl der Leiterart (Sprossen- oder Stufenleiter) in Abhängigkeit von der Benutzungsdauer,
  • Arbeitsaufgabe,
  • Arbeitsweise auf Leitern (z.B. Übersteigeverbot von Stehleitern),
  • zulässige Traglast der Leitern und Tritte,
  • ergonomische Bedingungen (z.B. Überkopfarbeiten, unternehmensinterner Verkehr),
  • Bodenbeschaffenheit (z.B. glatt, nachgiebig, uneben).
  • Bei Wahl der Leitergröße/ -länge sollte beachtet werden, dass

  • nicht zusätzlich gesicherte Anlegeleitern nur bis zu viertletzten Stufe bzw. Sprosse bestiegen werden, da sonst die Gefahr des Wegrutschens bestehen könnte,
  • beidseitig besteigbare Standleitern nur bis zur drittletzten Stufe bzw. Sprosse bestiegen werden, damit ausreichender Halt möglich ist,
  • Mehrzweckleitern in der Gebrauchsstellung "Stehleiter mit aufgesetzter Schiebeleiter" nur bis zur fünftletzten Stufe bzw. Sprosse bestiegen werden,
  • die Länge bzw. Größe von Stehleitern mit Stehplattform sowie von Podestleitern so gewählt wird, dass der Verwender die maximal benötigte Arbeitshöhe, ohne sich zu recken, von der Plattform aus erreichen kann,
  • die Länge von Anlegeleitern zum Übersteigen auf höhergelegene Arbeitsplätze so gewählt wird, dass sie die Anlegestelle um mindestens 1 m überragen, wenn keine anderen geeigneten Festhaltemöglichkeiten vorhanden sind.
  • Unter anderem sollte die Gebrauchshäufigkeit an den einzelnen Arbeitsstellen und deren Distanz zueinander die Anzahl der verfügbaren Geräte bestimmen. Auch die Art der Arbeitsaufgabe ist bedeutend. In jedem Fall sollte darauf geachtet werden, dass aufgrund von zu langen Wegen und unreichender Bereitstellung unzweckmäßige Aufstiege benutzt werden. Es ist empfehlenswert, dass z.B. in größeren Lagerbereichen in jedem Lagergang ein geeigneter Aufstieg bereitsteht.

    In der Belehrung soll vor allem hervorgehen, dass den Arbeitnehmer verdeutlicht worden ist, dass bereits bei einem Sturz aus geringerer Höhe ständige Gesundheitsbeeinträchtiungen auftreten können.

    Die Unterweisung soll auf der Grundlage der Gefährdungsbeurteilung erfolgen. Die Belehrung ist in angemessenen Zeitabständen (min. einmal im Jahr) zu wiederholen.

    Der Unternehmer soll die durch den alltäglichen Gebrauch von Leitern und Tritten gewonnenen Erkenntnisse in die Belehrungen miteinbringen.

    In der Regel beinhaltet eine Unterweisung:

  • Hinweise zum ordnungsgemäßen Gebrauch,
  • bauartspezifische Merkmale,
  • Hinweise auf zusätzliche Gefahren.
  • Nach einem Unfall oder Anwendung neuer Modelle muss jedes Mal eine Belehrung durchgeführt werden. Ansonsten ist der Unternehmer dazu verpflichtet die Einweisung mindestens einmal pro Jahr durchgeführt zu haben.

    Das GS-Siegel auf Leitern besagt, dass die allgemein anerkannten Regeln der Technik an diesem Produkt bestätigt worden sind. Diese Kennzeichnung kann ausschließlich von offiziellen Prüf- oder Zertifizierstellen verteilt werden.

    Eine Übersicht über die bedeutenden Qualitäts-/ und Prüfsiegel finden Sie hier.

    Zusätzliche Gefahren können ausgehen von:

  • elektrischen Anlangen,
  • Anlagen mit Explosionsgefahr,
  • Kanälen und Schächten,
  • sowie Förder- und Krananlagen.
  • Die Verwendung von Holmverlängerungen ist sinnvoll, wenn Arbeiten an Orten zu tätigen sind, wo z.B. kein Gerüst oder Podest aufgebaut werden kann. Holmverlängerungen sind entweder bereits in den Leiern integriert oder individuell nachrüstbar.

    Mehrzweckleitern sollten dann verwendet werden, wenn die Verwendung von Steh- und Anlegeleitern häufig wechselt. Mehrweckleitern lassen sich durch wenige Handgriffe als Steh- oder Anlegeleiter umfunktionieren. Manche Geräte besitzen sogar die Funktion sich als ein Gerüst aufbauen zu lassen. Vor Gebrauch sollte hierbei in erster Linie darauf geachtet werden, dass die Gelenke vollständig eingerastet sind um einen sicheren Stand zu gewährleisten.

    Weitere Informationen zu Mehrzweckleitern erhalten Sie auf unserer Übersicht.

    Abhängig von den Umweltbedingungen sollte man Leitern aus entsprechendem Material auswählen.

    Besondere Umweltbedingungen sind z.B.

  • elektrostatische Aufladungen,
  • Temperaturen,
  • Luftfeuchtigkeit,
  • chemische Einflüsse,
  • Verschmutzungen.
  • Besondere Wetterumstände können das Material bei Leitern aus Holz erheblich beeinträchtigen. Holzleitern sind z.B. für den Gebrauch bei Ausbauarbeiten auf Baustellen verwendbar. Beachten Sie hierbei unbedingt, dass eine Holzleiter keinen deckenden Farbanstrich haben darf.

    Leitern aus Stahl finden besonders bei Lager- und Maschinenenhallen ihre Verwendung. Außerdem lassen sich Leitern in Bereichen der Wasser- und Lebensmittelwirtschaft einsetzen. Es ist jedoch nicht zu vergessen, dass auch Stahl zu Korrusion neigt. Leitern aus Aluminium gelten in der Regel als witterungsgeschützter, sind jedoch empfindlich bei Schlag- und Stoßbeanspruchung. Für den rauen Baustellenbetrieb sind Aluminiumleitern nicht zu empfehlen.

    Ist im Betrieb der Umgang mit Säuren oder elektrischen Maschinen an der Tagesordung, sollte man auf Leitern aus Kunststoff zurückgreifen.

    Die sichere Benutzung von Aufstiegen darf durch den Gebrauch von Werkzeug nicht wesentlich beeinträchtigt werden. Es ist empfehlenswert keine Gegenstände mit einem Gewicht von mehr als 10 kg zu tragen oder deren Windangriffsfläche 1 m² übersteigt. Außerdem sollte die Benutzung von Geräten vermieden werden, die heiß oder ätzend sind oder eine erhebliche Kraufteinwirkung auf den Benutzer auswirken.

    Leitern und Tritte sollten nicht mit losem, offenem Schuhwerk ohne Fersenriemen bestiegen werden.

    Der richtige Winkel ist bei Leitern mit Anlegefunktion besonders wichtig. Ein zu steiler Winkeln, kann zum Umkippen führen und ein zu flacher zum Wegrutschen. Deswegen ist es ratsam Leitern unter einem Winkel von 65° bis 75° (gemessen zur Waagerechten) anzulegen. Bei Stufenanlegeleitern sollte lediglich darauf geachtet werden, dass die Stufen waagerecht stehen.



    Desweiteren kann auch zusätzliches Zubehör den Aufstieg erleichtern und vor der Gefahr des Wegrutschens schützen.

    Eine Stehleiter sollte bei eingeklappten Zustand nicht als Anlegeleitern benutzt werden. Es besteht die Gefahr, dass sie aufgrund einer Überbeanspruchung der Gelenke nach hinten abkipppen. Verwenden Sie Leitern für Arbeiten, die eine bestimmte Position abverlangen, nur, wenn der Hersteller die entsprechende Funktion auch vorgibt.

    Passende Anlegeleitern finden Sie entweder als Stufen- oder Sprossenleiter

    Reparaturen größeren Ausmaßes wie z.B. Einbördeln von Sprossen oder Schweißarbeiten sollten unbedingt qualifizierten Personal durchgeführt werden.

    Bei der Nutzung einer Leiter ist es wichtig, dass der Schwerpunkt der Körpers immer ziwschen den Holmen bleibt. Somit geht der Handlungsspielraum auf einer Leiter nur so weit, wie die Arme reichen.